Gandhis Autobiografie (2) Bewusste Ernährung

Ghandi marchingWas schreibt Gandhi in seiner Autobiografie über bewusste Ernährung, Fasten und Vegetarismus?

Gandhi beschreibt in seiner Autobiografie, dass bewusste Ernährung, Fasten und Vegetarismus eine zentrale Rolle in seinem Leben und auf seinem Weg zur Wahrheit spielen. Ausdrücklich beschreibt er die bewusste Ernährung nicht nur für seine körperliche, sondern auch für seine spirituelle Gesundheit und Weiterentwicklung. Dieser ganzheitliche Blick ist meiner Meinung nach, der Schlüssel um bewusste Ernährung, Fasten und Fleischverzicht erfolgreich in sein Leben zu integrieren. Alles andere ist nur „Diät“. Mir hat das Leben Gandhis Autobiografie sehr dabei geholfen, zu einer bewussten und vegetarischen Ernährung zu komme und diese in mein Leben zu integrieren. Einige seiner besten Zitate zu diesem Thema finden sich in diesem Post. Mögen Sie den interessierten Leser inspirieren und vielleicht auch weiterhelfen.

Gandhis ganzheitliche Sicht auf die bewusste Ernährung

Gandhi schreibt über die ganzheitliche – religiös-wissenschaftlich-medizinische – Sicht auf die bewusste Ernährung:

„Sobald ich – oder sogar ehe ich – Umstellungen in meinen Ausgaben und meinem Lebensstil vornahm, begann ich, meine Diät zu verändern. Ich erkannte, daß die Autoren über Vegetarismus die Frage sehr genau geprüft hatten, indem sie sie in ihrem religiösen, wissenschaftlichen und medizinischen Aspekten angingen.“ (Seite 59)

Und weiter über den ethischen Aspekt der vegetarischen Ernährung:

„In ethischer Hinsicht waren sie zu dem Schluß gelangt, Überlegenheit des Menschen über die niederen Tiere bedeute nicht, daß jener diese aufessen, sondern daß der Höherstehende den Niederen schützen, daß es zwischen beiden ebenso wie zwischen Mensch und Mensch ein Verhältnis gegenseitiger Hilfe geben solle.“ (Seite 59)

Gandhi über Vegetarismus, Veganertum, Rohkost und Milchverzicht

Und weiter über vegane Ernährung:

„Sie hatten auch die Wahrheit herausgebracht, daß der Mensch nicht zu seinem Vergnügen ißt sondern zu seiner Lebenserhaltung. Manche von Ihnen empfahlen demgemäß und verwirklichten im eigenen Dasein Enthaltung nicht nur von Fleischnahrung, sondern auch von Eiern und Milch.“ (Seite 60)

Und weiter über Rohkost und Milchverzicht:

„Auf wissenschaftlichem Wege waren einige zu dem Schluß gelangt, des Menschen Körperbeschaffenheit zeige, daß er nicht als kochendes, sondern als von Früchten lebendes Tier angelegt sei, daß er nur seine eigene Muttermilch trinken und, sobald Zähne habe, anfangen soll, feste Nahrung zu sich zu nehmen. (Seite 60)

Und weiter:

„Vom medizinischen Gesichtspunkt aus hatten sie empfohlen, alle Gewürze und Zutaten zu verwerfen. Mit praktischen und ökonomischen Argumenten hatten sie bewiesen, daß eine vegetarische Diät die am wenigsten kostspieligste sei.“ (Seiten 60)

Mit veränderter Ernährung verändert sich auch der Geschmack

„Ich hörte auf, die Süßigkeiten und Zutaten zu essen, die ich von daheim erhalten hatte. Da mein Geist eine andere Richtung genommen hatte, schwand die Vorliebe für Zutaten, und ich gewann nun Geschmack an dem gekochten Spinat, der mir in Richmond so fad geschmeckt hatte, da er ohne Zutaten angerichtet war. Manche derartigen Experimente zeigten mir, daß der wirkliche Sitz des Geschmacks nicht die Zunge sondern der Geist war.“ (Seite 60)

„Und da ich überzeugt war, man solle nur essen, was zur Erhaltung des Körpers beiträgt, gab ich den regelmäßigen Genuß von Tee und Kaffee auf und setzte Kakao an deren Stelle.“ (Seite 60)

„Leidenschaft besteht im Menschen meistens zusammen mit Begier nach den Freuden des Gaumens.“ (Seite 271)

„Doch ich bemerkte auch, daß die Nahrung, da sie der Körper nur wirksamer ausnutzen mußte, mehr Geschmack bekam und daß der Appetit schärfer wurde. Es kam mir zu Bewußtsein, daß Fasten zu einer ebenso mächtigen Waffe der Verwöhnung wie der Selbstzucht gemacht werden konnte.“ (Seite 272)

„Man soll nicht essen, um dem Gaumen zu schmeicheln, sondern nur um den Körper zu erhalten. Wenn jedes Sinnesorgan dem Körper und durch diesen der Seele dient, so schwindet sein besonderer Geschmack, und erst dann beginnt es, auf die Weise zu funktionieren, der es die Natur bestimmt hat.“ (Seite 272)

„Jede Anzahl von Experimenten ist zu klein, und kein Opfer ist zu groß, um diesen Einklang mit der Natur zu erreichen. Doch unglücklicherweise geht heute die Zeitströmung genau in die engegengesetzte Richtung. Wir schämen uns nicht, eine Menge anderer Leben zu opfern, um den vergänglichen Leib zu schmücken und zu versuchen, sein Dasein um einige flüchtige Augenblicke zu verlängern, mit dem Ergebnis, daß wir uns selber töten: Leib und Seele. Während wir versuchen, ein altes Übel zu heilen, lassen wir hundert neue entstehen. Über den Versuch, die Freuden der Sinne zu genießen, verlieren wir am Ende sogar unsere Fähigkeit, uns zu freuen. All dies geschieht direkt vor unseren Augen, doch niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will.“ (S. 272, 273)

Dies ist nur eine kleine Auswahl der in Gandhis Autobiografie gemachten Aussagen zu bewusster Ernährung, Fasten und Vegetarismus. Mir hat das Studium dieses Werkes sehr viel Inspiration und Hilfe in den wichtigsten Themen des Lebens gegeben – auch für die Ernährung. Mögen diese ausgewählten Zitate zum Thema allen Interessierten als Inspiration und Anregung dienen, sich mit diesen Themen und Gandhis Autobiografie zu beschäftigen. Alles Gute.

  1. M.K. Gandhi – Eine Autobiografie oder Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach/ Hessen, 8. Unveränderte Ausgabe 2005
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