Mein erster Eindruck vom Koran – oder die Debatte um eine Islamisierung Europas ist eine Scheindebatte

Seit geraumer Zeit lese ich wieder regelmäßig in der Bibel. In der heiligen Schrift finde ich nicht nur Informationen über Gott und wertvolle Anleitungen für das Leben, sondern auch Aussagen und Beschreibungen über die Menschen, die Politik und die Gesellschaft als ganzes, welche damals wie heute zeitlos zutreffend und gültig sind. Man muss nur im Alten oder Neuen Testament lesen, was über gerechte und ungerechte Herrscher, über Wahrheit, Lüge, Liebe und Hass geschrieben steht und das mit der heutigen Situation auf unserer Welt und in unserem Land vergleichen.

Wir befinden uns in Deutschland im Jahre 2016. Bei Deutschland und den anderen europäischen Ländern spricht man von christlich-geprägten Ländern. Von christlichen Ländern kann man nicht mehr sprechen. Warum ist Deutschland kein christliches Land? Zum einen sind Staat und Kirche getrennt. Man spricht dabei von einem säkularisiertem Staat, welchen man im Allgemeinen als fortschrittlich gegenüber dem theokratischen Staat ansieht. Zum anderen hat die christlische Lehre als Religion im öffentlichen Raum kaum noch Bedeutung.

Die meisten der angestammten Einwohner Deutschlands und der anderen Länder des christlichen Abendlandes sind getaufte Christen. Die meisten praktizieren ihren Glauben weniger bis gar nicht und im öffentlichen Raum sind Konsum, Arbeits- und Steuerzahlbereitschaft – zwei Seiten der gleichen Medaille mit Namen Materialismus  – gesellschaftsprägend. Wenn man fragen würde, was in Deutschland das christliche oder die christliche Prägung ausmacht, würden bestimmt viele solche Beispiele wie das Weihnachtsfest, die Sonntagsruhe und vielleicht noch die Kirchensteuer anführen. Weihnachten und Sonntagskult kommen aber nirgendwo in der Bibel vor, und sind nicht-christlichen, sondern heidnischen Ursprungs.

Darum soll es in diesem Beitrag aber nicht gehen. Das ist nur der Hintergrund für eine andere aktuelle Entwicklung – die Ausbreitung des Islam in Deutschland und Westeuropa, welche von vielen Teilen der angestammten Bevölkerung als Bedrohung, von anderen als Teil der multikulturellen Bereicherung gesehen wird. Die Parteien dieser Entwicklung könnte man ganz grob so beschreiben.

1.  Diejenigen der angestammten Bevölkerung, welche die Ausbreitung des Islams nach Europa als Bedrohung empfinden. Die Bedrohung wird in der Regel als kulturfremd und in engen Zusammenhang bzw. als der wichtigste Teil mit den Problemen der Integration von Einwanderern aus moslemisch-geprägten Ländern verstanden.

2. Diejenigen der angestammten Bevölkerung, welche Zuwanderung, Multikulturalismus und auch dem Islam positiv, zugleich oft naiv und unwissend gegenüberstehen. Eine Veränderung der eigenen Kultur wird dabei meist ungeprüft als Fortschritt oder anzustrebender Zustand angenommen.

3. Die moslemischen Einwanderer selbst, welche sich in der Fremde auf ihre eigene Identität besinnen. Für die der Islam ein sehr wichtiger, oft der wichtigste Teil der eigenen Identität ist. Was jedoch meist nicht bedeutet, dass sie praktizierende oder fromme Moslems sind und die Regeln des Islams halten.

Mir geht es in diesem Beitrag nicht darum, diese Lage in all ihren Facetten zu analysieren. Mir geht es auch nicht darum, für eine der Seiten Partei zu ergreifen. Mir geht es hier darum, in aller Kürze einmal aufzuschreiben, wie die Situation für mich als gläubiger Christ aussieht und auch darum, wie sich meine Sicht auf die Sache seit meinem ca. zweiwöchigen Anfangsstudium des Korans darauf verändert hat.

Fangen wir aus der Sicht des Christen an, der sich an der auf der Bibel basierenden reinen christlichen Lehre orientiert. Welche Argumente werden oft gegen den Islam vorgebracht? Fange ich mit dem absurdesten an. Regelmäßig gibt es Beschwerden darüber, dass Schweinefleischgerichte aus Mensen, Schulspeisen etc. verschwinden würden und das dass ein Kniefall vor den islamischen Speisegesetzen, bzw. deren in Deutschland lebenden moslemischen Einwanderern selbst wäre. Nun gut, in der Bibel stehen genau die gleichen Speisegebote. Warum haben die Christen in Europa diese Speisegebote vergessen bzw. misachtet?

Ein weiteres irreführendes Argument dieser Auseinandersetzung ist das Kopftuch. Ist es wirklich so ein großes Problem, wenn einige Frauen bei uns mit dem Kopftuch herumlaufen? Schaut Euch doch einmal die Darstellungen von Maria und anderen heiligen Frauen in den Kirchen an. Die tragen alle ein Kopftuch. In der orthodoxen Kirche ist es Frauen vorgeschrieben, ein Kopftuch zu tragen, wenn Sie eine Kirche, einen Friedhof oder einen anderen Gott geweihten Ort betreten.

Für viele in Deutschland ist es Mode, mit Totenköpfen, Pentagrammen, Kreuzen verkehrt herum, Körperteile entblößt auf der Straße herumzulaufen. Das gilt als Freiheit oder Ausdruck der Individualität. Die Individualität des Menschen wird in den Mittelpunkt gerückt. „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Hört man immer wieder. Aber wo ist Gott? Gott kommt nicht mehr vor. In der Bibel steht ganz genau drin, wie es dem Menschen ergehen wird, wenn er Gott vergisst. Aber wenn jemand nicht so, sondern so, wie es auch in der Bibel den Menschen geboten wird, sein Haupt oder seine Blöße bedeckt und sei es mit einem Kopftuch, dann wird dieses als großes Problem gesehen.

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Befürworter der Islamisierung Europas. Ich will mit diesen Ausführungen nur einmal zeigen, dass diese Argumente für die Auseinandersetzung nicht geeignet sind, weil sie nicht ehrlich sind. Wer das christliche Abendland gegen den Islam verteidigen will, kann nicht unchristliche Argumente anführen, wenn er in der Wahrheit bleiben will.

Weitere – möglicherweise ernstere und schwerwiegendere – Argumente, welche gegen die Islamisierung und den Islam überhaupt angeführt werden sind beispielsweise: Der Islam sei eine autoritäre Religion, welche den Tot Ungläubiger, die Unterdrückung der Frau, den heiligen Krieg als die Verbreitung der Religion propagiere und per Paradiesversprechung heilige.

Gut. Jeder, der heute die Nachrichten einschaltet, sieht, dass es radikale Islamisten gibt, die Krieg führen, Attentate verüben, Gefangenen vor laufender Kamera den Kopf abschneiden. Das sind natürlich böse Dinge, die keiner will. Aber, bevor ich das glaube und mich dieser Argumentation anschließe, stelle ich mir ein paar Fragen.

  • Wie weit kann man den aktuellen Nachrichten über die Vorgänge im Nahen Osten und Europa und den Beiträgen über den Islam glauben? Ich wusste bisher wenig über den Islam. Aber ich schaue mich um. Über welche Themen weiß ich genau Bescheid? Ich lebe zum Beispiel seit zehn Jahren in Russland und weiß deswegen gut über Russland bescheid. Wenn ich das, was ich in Russland selbst erlebe mit dem vergleiche, wie in den meisten deutschen Medien über Russland berichtet wird, dann komme ich zu der Erkenntnis, dass die meisten deutschen Medien über Russland regelmäßig und falsch berichten. Es geht nicht darum, über jedes berichtete Detail zu streiten. Es geht darum, welches Gesamtbild vermittelt wird. Im Hinblick auf die Russlandberichterstattung komme ich zu dem Schluss, dass deutsche Medien lügen. Warum sollte ich den Medien im Hinblick auf die Meldungen und Beiträge zum Islam kaum glauben?
  • Wenn Gewalttaten im Namen des Islam begangen werden, heißt das, dass der Islam für sich eine gewalttätige, kriegerische, schlechte Religion ist? Die Antwort darauf glaube ich nur erhalten können, wenn ich den Koran selbst lese.

Ich wusste bisher relativ wenig über den Islam. Das meiste, was ich wusste, hatte ich aus dem Fernsehen oder aus anderen sekundären Quellen über den Islam. Seit ca. zwei Wochen beschäftige ich mich genauer mit dem Islam. Die Quellen, mit denen ich mich nun seit zwei Wochen befasst habe sind die ersten vier Suren des Korans, die meisten bei youtube verfügbaren Videos von Pierre Vogel und Iman TV einer moslemischen sehr jugendlich wirkenden Organisation aus Österreich, dessen Videos vor allem und die Dawah – einer Art Straßenmission oder -bekehrung in den Straßen Wiens und anderer österreichischer Städte handeln.

Was habe ich dabei für mich Neues über den Islam erfahren und wie hat das meine über den Islam verändert?

Dass der Islam sich als Fortsetzung und Vollendung der anderen beiden Monotheistischen Religionen – Judentum und Christentum – versteht. Dass der Koran sowohl die Thora, als auch das Evangelium Jesu bestätigt. Dass der Koran zwar allen, die nicht den Islam annehmen zwar die Hölle verspricht, Christen, die aufrichtig zu Gott beten und ein gutes gottgerechtes Leben führen, werden aber explizit davon ausgenommen und können mit Allahs Gnade rechnen.

Dass der Islam aus seinem Verständnis heraus den gleichen einzigen Gott anbetet wie Juden und Christen. Das Hocharabisch in welchem der Koran verfasst ist, ähnelt dem Hebräischen und Aramäischen, der Sprache der Bibel, sehr stark. Vergleichen wir einmal den Namen Gottes in Koran und Bibel – Allah und Eli im berühmten Ausspruch Jesu am Kreuz „Eli, Eli, lama asabtani?“ …  „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mt. 27:46)

Arabisch und Hebräisch sind sich sehr ähnlich. Die zehn Gebote, die Bibel und der Koran wurden in einer sehr ähnlichen fast gleichen Sprache verfasst. Für mich war das neu und nachdem ich es erfahren habe, hat sich meine Einstellung zum Arabischen sehr geändert. Ich erinnere mich daran wenn ich früher an die Allahu-Akbar-Rufe gedacht habe, dann habe ich das immer sofort negativ mit Gewalt oder Aggression assoziiert. Das kommt sicherlich auch dadurch, dass uns diese Rufe sehr oft in Verbindung mit Krieg, Attentat, Terror usw. gezeigt wurden. Wenn ich jetzt aber darüber nachdenke, dann ist es einfach „nur“ der Auspruch „Gott ist größer“ in einer der Sprache der Bibel und damit der Sprache Gottes sehr ähnlichen Sprache. Ein Auspruch, dem sich jeder Christ, der die Bibel als Wort Gottes und Grundlage seines Glaubens sieht, anschließen würde.

„Allah-U-Akbar“ – „Gott ist größer“ und das in einer Sprache, die der der Bibel fast identisch ist. Welcher Christ, der die Bibel als Wort Gottes und die wichtigste Grundlage seines Glaubens ansieht, könnte sich diesem nicht anschließen? Vor allem wenn er sonst überall die entgeistetsten Sprüche des gottlosen Materialismus wie „Geiz ist geil“, „der Ball ist rund“ usw. vernimmt.

Die Sprache des Korans ist Arabisch. Auch heute wird der Koran immer in Arabisch zitiert. Begründet wird es meist damit, dass eine Übersetzung den Sinn verändern würde, die Botschaft Gottes dadurch verändert werden würde. So wie es bei den mehrfachen Bibelübersetzungen – hebräisch, aramäisch, griechisch, latein, dann die landesprachen wie deutsch – ja auch der Fall war. Gleichzeitig kommt meiner Meinung nach noch ein anderer wichtiger Aspekt dazu. Der Koran wurde in der Sprache Gottes mündlich von Gott an seinen Propheten Mohammed überliefert und dann aufgeschrieben. Wenn man spricht oder rezitiert, dann wird der Inhalt nicht nur so übertragen, dass jedes Wort seine logische Bedeutung hat, sondern es geht auch um Melodie, Schallwellen, Schwingungen. Jeder, der ein Lied sing, ein Gedicht aufsagt, weiss, dass ein Lied, ein Gedicht mehr als die Summe seiner systematisch aneinander gereihten Wörter und Satzzeichen ist. Es wird dabei auch Stimmung und direkt Energie übertragen. Man höre einmal zu, wenn auf Arabisch aus dem Koran zitiert wird. Es ist wie ein Lied. Bei der Übersetzung würde einiges davon verloren gehen, bzw. verändert werden. Und noch etwas aus der Bibel, was diese Sache treffender nicht beschreiben könnte. Der erste Satz des Evangeliums nach Johannes „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Evangelium des Johannes 1:1).

Dass der Koran allen Ungläubigen die Hölle verspricht, wird oft als ein Argument für die im Islam gegenüber Ungläubigen oder Andersgläubigen herrschende Intoleranz angeführt. Wenn wir uns jedoch den christlichen Glauben ansehen, so finden wir diese Höllenstrafandrohung genauso. Denjenigen, die sich von Gott abwenden, Götzen anbeten, Sünden begehen, wird genauso das Paradies verwehrt und die Hölle versprochen. Nach den Maßstäben der Gebote Gottes in der Bibel – Gesetze Gottes des alten Testaments plus Botschaft Jesu des neuen Testaments – wird es um die meisten in unserer „christlich-geprägten Gesellschaft“ lebenden Seelen im Jenseits nicht gut bestellt sein. Nur redet bei der heutigen Auseinandersetzung mit dem Islam niemand darüber. Jedenfalls höre ich es nicht. Ich höre meist nur Kopftuch-Verbot, Recht auf Schweinefleisch und Kritik am meist als rückständig und veraltet bezeichneten Inhalt des Koran. Meist werden dann einzelne Verse oder gar halbe Verse herausgesucht, in denen es um Gewalt oder das Töten von Ungläubigen geht, ohne den Zusammenhange – die Verse zuvor, danach oder den historischen Hintergrund – zu berücksichtigen.

In den Suren, die ich bisher gelesen habe, ist noch nichts menschenverachtendes drin. Die Aufrufe zum Töten der Ungläubigen beziehen sich alle auf reale historischen Hintergründe, also konrkete Schlachten, Kriege, die damals stattgefunden haben. Und sind nicht grausamer oder reeller als die Aufrufe zur Vernichtung der Ungläubigen im Alten Testament.

Aus meinem Tagebuch vom 23.10.2016

Ich habe heute zwei Reportagen zum Islam gesehen. Aussagen, die mir neu waren, die mich beeindruckt haben.

  • Der Islam ist die Vervollkommnung, Weiterentwicklung des Judentums und des Christentums. Wenn das Christentum die Vervollkommnung des Judentums ist, dann könnte der Islam die Weiterentwicklung des Christentums sein.
  • Ich will den Koran und damit den Islam studieren. Was steht im Koran? Worin unterscheiden sich Bibel und Islam? Worin sind Sie sich gleich?

Nachtrag vom 29.10.2016: Nach dem ich die ersten vier Suren des Korans in der deutschen Übersetzung gelesen habe, habe ich den Eindruck, dass Islam und Bibel sehr viel mehr Ähnlichkeit haben, als dass sie sich unterscheiden.

Gemeinsamkeiten zwischen Bibel und Koran:

  • Von der Schöpfungsgeschichte über Adam und Eva, Moses, die großen Propheten bis Jesus.
  • Der Sinn des Lebens ist Gott zu dienen, seine Gebote einzuhalten, gute Taten zu vollbringen, um dadurch im Jenseits mit dem Paradies belohnt zu werden und der Hölle zu entgehen.
  • Auftrag der Mission. Wobei im Koran steht, dass niemand zu seinem Glauben gezwungen werden darf.
  • Ungerechtigkeit, Lüge und Gewalt werden als Überl angesehen. Ein frommer Mensch lebt gerecht, wahrhaftig und übt keine ungerechte Gewalt. Es gibt Situationen in denen man sich verteidigen und für Gottes Sache kämpfen muss. In diesen Situationen ist Kampf besser als Feigheit.
  • Wer für die Sache Gottes stirbt – Martyrer – dem werden die Sünden vergeben, der kommt ins Paradies.

Unterschiede zwischen Bibel und Islam:

  • Der Koran sieht Gottes Wort mit der Offenbarung an den Propheten Mohammed als vervollkommnet an.
  • Die Erlaubnis für Männer bis zu vier Ehefrauen zu haben. Wobei ich das nicht als große Sache bewerte. Es gibt viele Muslime die nur eine Frau haben und es gibt christliche Mormonen, die mehrere Frauen haben.

Tagebucheintrag vom 26.10.2016

Die youtube-videos von deutschen islamischen Predigern – Pierre Vogel und Iman TV (Wien) – beeindrucken und inspirieren mich sehr. Sie geben sehr klare Antworten über den Sinn des Lebens, wie sie auch in der Bibel zu finden sind. Sie widersprechen der Bibel also nicht, sondern beziehen sich auf sie, bekräftigen sie.

Ich habe früher immer gedacht, die Moslems seien so etwas wie das Gegenteil zu den Christen. Jetzt sehe ich, dass die Gemeinsamkeiten viel größer sind als die Unterschiede.

Wenn die moslemischen Prediger und Missionare argumentieren, merkt man, dass sie die Bibel viel besser und genauer kennen, als die Christen. Dieses Wissen nutzen sie, um Widersprüche in der Bibel aufzudecken und dadurch aufgeworfene Fragen durch den Koran zu beantworten. Die vermeintlichen Widersprüche in der Bibel werden dabei jedoch nicht dazu genutzt, die Bibel selbst als Wort Gottes in Frage zu stellen. Vielmehr seien a) die Überlieferungen und Übersetzungen der Menschen Grund für Fehler und Widersprüche und b) der Koran als Vervollkommnung der Bibel und damit der göttlichen Offenbarung zu verstehen,

Die Prediger und Missionare betonen ihre Nähe zur Bibel und zur Botschaft Jesu. Sie nennen sich sogar die „besseren Christen“. Zum Beispiel hätte ja auch Jesus einen Bart gehabt und Jesu hätte zu Gott gebetet indem er sich mit dem Gesicht zur Erde verneigt hätte. Auch die Speisevorschriften und das Gebot der Beschneidung, welche Moslems wie Juden einhalten, zeigen, dass die Moslems die Gesetze Gottes, die schon in der Bibel offenbart wurden, einhalten.

Die islamischen Strassenprediger sagen in vielen Dingen die gleichen DInge, wie es auch in der Bibel steht. Dies aber mit einer Einfachheit und Direktheit, wie ich es bei Prediten in der Kirche selten erlebt habe. Man kann fast sagen, sie sprechen die Sprache der einfachen Menschen, während die Prediger in der Kirche oft an den Leuten vorbeisprechen.

Das diesseitige Leben sei nichts im Gegensatz zum wahren Leben im Jenseits. Im Diesseits gibt Gott Gutes und auch Schweres. Gutes damit der Mensch dankt und Schweres damit der Mensch Geduld übt. Letztendlich soll sich der Mensch Gott ganz unterwerfen und erkennen, dass das wahre Leben im Jenseits beginnt. Durch sein Handeln hier auf der Erde hat der Mensch Einfluß darauf, ob er ins Paradies oder in die Hölle geht. Die letzte Entscheidung darüber trifft aber Gott allein. Gott prüft jeden Menschen auf Herz und Nieren. Nur Gott kann vergeben.

Ein großer Gegensatz zwischen Islam und Christentum ist die Frage, ob Jesus auch Gott ist und damit die Frage der Dreieinigkeit Gottes. Gemäß Islam ist Jesus ein Prophet und nicht Gott. Dass Jesus Gott sei und auch die Frage der Dreifaltigkeit Gottes steht nach Aussage der Muslime nicht in der Bibel, sondern wurde erst danach von der Kirche hinzuinterpretiert. Hier liegt der Schlüssel zum Unterschied zwischen Islam und Christentum. Die Antwort auf diese Fragen „Ist Jesus Gott?“ und „Kann Gott gleichzeitig einzig und dreifaltig sein?“ Ist meines Verständnisses nach nun der entscheidene Unterschied zwischen Islam und Christentum. Dieser Frage muss man nachgehen.

Jeder Muslim ist verpflichtet, an alle heiligen Bücher – inlusive Thora, Psalmen, Evangelien Jesu – zu glauben.

Was bedeuten die sowohl in der Bibel, als auch im Koran enthaltenen göttlichen Lebensanleitungen für den Gläubigen?

Dass man keine Götzen anbetet. Dass man nicht zuläßt, dass in seinem Leben etwas Materielles wichtiger als Gott wird. Dass man sich fragt, wie man Gott mehr und besser dienen kann. Dass man sich fragt, wie man Gott näher kommen kann. Auf all dieses geben sowohl Bibel, als auch Koran Antworten. Deshalb ist das Studium seiner heiligen Schriften für jeden Gläubigen wichtig.

Wie die Bibel so hat auch der Koran sehr viele ganz einfache und pragmatische Anweisungen für das Leben, welche sich ganz einfach auf Beruf und Geschäft übertragen lassen. Zum Beispiel werden alle Güter dieser Welt als Gott gehörend angesehen. Wenn ein Mensch reich ist, dann hat er von Gott den Auftrag bekommen, diese Güter nur zu verwalten. Wenn es also um mein Eigentum und meinen Verdienst als Geschäftsmann geht, dann habe ich von Gott, den Auftrag diese seine Güter gerecht zu verwalten. Das bedeutet, dass man den Armen freiwillig – nicht per staatlich eingezogener Kirchensteuer – etwas abgibt, keine Wucherzinsen nimmt, niemanden betrügt, etc. Die besten Corporate Ethics und Compliances findet man also schon in der Bibel und im Koran.

Zum Abschluss dazu noch ein paar Koranverse, die mich beeindruckt haben:

(Die Kuh, Vers 263) „Ein angenehmes freundliches Wort ist besser als eine Spende auf die eine Kränkung folgt. Gott ist unendlich reich und voller Milde.“

(Die Kuh, Vers 268) „Der Satan läßt euch Armut fürchten, wenn ihr für Gottes Zwecke spendet und verführt Euch, Untaten zu begehen. Gott aber verspricht euch Vergebunv und überhäuft Euch mit Gaben. Gott ist allwissend und allumfassend.“

(Die Kuh, Vers 275) „Doch Gott hat den Handel erlaubt und den Wucher verboten.“

(Die Kuh, Vers 276) „Gott vernichtet den Wucher und vermehrt den Reichtum, von dem gespendet wird.“

(Die Sippe Imrans, Vers 3) „Er hat dir (Mohammed) das Buch, den Koran, mit der Wahrheit herabgesandt, das die früheren Offenbarungen bestätigt. Die Thora und das Evangelium.“

(Mit der Sippe Imrans ist die Familie des Vaters oder Großvaters von Maria, der Mutter Jesu gemeint. In dieser Familie sind sowohl Jesus, als auch Johannes der Täufer geboren. Deshalb wird ihr im Koran eine große Rolle mit einer eigenen Sure zuteil.)

(Die Sippe Imrans, Vers 199) „Unter den Schriftbesitzern gibt es einige, die an Gott, an das euch offenbarte glauben. Sie beten ergeben zu Gott und verkaufen Gottes Zeichen nicht um einen geringen Preis. Diese finden bei Gott Ihre Belohnung.“

(Mit den Schriftbesitzer sind die Besitzer der Bibel – die Juden und die Christen – gemeint.

„Gott sendet Glücks- und Unglückstage abwechselnd. Gott ist mit den Geduldigen.“

Abschließend will ich sagen, dass sich mein Islambild nach zwei Wochen Beschäftigung mit diesem Thema komplett verändert hat. Ich sehe, dass die Medien ein Bild des Islams, des Korans und seiner Prediger erzeugen, welches nicht wahr ist. Pierre Vogel habe ich früher immer als „Hassprediger“ dargestellt bekommen. Nachdem ich seine Videos gesehen habe und seine Botschaft studiert habe, sehe ich jedoch, dass er viel besser über die Welt bescheid weiß und viel mehr für den Frieden tut, als viele andere zusammen.

Aber ich wollte mit diesem Beitrag eigentlich gar keine Lanze nur für die Moslems brechen. In der heutigen Schein-Auseinandersetzung um die Islamisierung Europas werden nicht nur die Moslems verleugnet. Auch gläubige Christen, deutsche Patrioten und andere Rechtschaffende werden regelmäßig verleugnet und diffarmiert. Dahinter steckt System. Man will von den wahren Ursachen für die Auseinandersetzungen und Kriege in Europa, dem Nahen Osten und weltweit ablenken und die Menschen aufeinander hetzen. Dabei ist es nicht mehr einfach zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist. Erst wer beginnt, seinen Verstand zu befreien, sein Herz rein zu machen und die heiligen Schriften zu studieren wird den Durchblick gewinnen und in der Lage sein, in seinem Leben und um sich herum Gut von Böse und Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.

Quellen:

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4 Kommentare auf "Mein erster Eindruck vom Koran – oder die Debatte um eine Islamisierung Europas ist eine Scheindebatte"

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Solventus
Gast

Den Koran mit der Bibel gleichzusetzen, wird der Sache nicht gerecht. Das würde den Wahrheitsbegriff vollständig aufheben. Ein Weg – Jesus – und nichts weiter. Alles andere, auch wenn dies fundamentalistisch klingen mag – sind Irrwege.

Philipp
Gast

Der Koran erkennt Jesus (Isa) als einen der wichtigsten Propheten an. Auch die Botschaft, die Jesus verkündet hat, wird vom Koran bestätigt. Natürlich widersprechen sich Paulus, katholische Kirche und Koran. Aber der Koran widerspricht nicht Jesus und nicht dem Alten Testament. Jedenfalls nicht mehr, als sich Altes und Neues Testament selbst vermeintlich widersprechen würden.

Gernot Zeilinger
Gast
Sehr geehrter Philipp Rowe, ich bin durch „Zufall“ über deinen Blog gestolpert und habe ihn mit großem Interesse gelesen. Ich gebe dir Recht, das Wissen über den Islam, dass man in den Medien erhält ist sehr tendenziös und im besten Fall mangelhaft. Ich bin Christ, habe mich aber um meine Mitmenschen besser zu verstehen und meinen Glauben besser kommunizieren können bereits intensiv mit dem Quran und dem Islam auseinander gesetzt. Mit Iman TV habe ich bereits selbst zusammengearbeitet – im Rahmen einer Debatte darüber, wer Jesus ist (siehe youtube). Allerdings würde ich dich gerne auf ein paar Dinge hinweisen in… Read more »
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