Warum Unternehmer? (1) Gründe und Ziele!

Warum Unternehmer 160508

Warum bist Du Unternehmer geworden? Oder warum willst Du Unternehmer werden? Was sind Deine Gründe und Ziele dafür? Diese dreiteilige Artikelserie – „Warum Unternehmer?“ – beschäftigt sich mit diesen Fragen, diskutiert mögliche Antworten und zeigt Tipps und Wege auf, wie man seine eigenen Ziele finden, durchdenken, ordnen und dokumentieren kann.

Warum will ich Unternehmer sein?

Eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, war die Gründung meines Unternehmens. Das war im Jahre 2007 und ich habe es nie bereut. Deshalb antworte ich allen, die ihr Unternehmen gründen wollen und mich um meine Meinung dazu fragen, immer zuerst mit einem großen und positiven „Ja“. Vorausgesetzt natürlich, dass die wichtigsten Erfolgsfaktoren – eine gute Geschäftsidee, genügend Selbstvertrauen und ein ausreichend langer Atem, um die Anlaufphase durchzustehen – gegeben sind.

Eine weitere wichtige Eigenschaft erfolgreicher Unternehmer ist Zielstrebigkeit. Diese kann natürlich nur zu etwas Gutem führen, wenn man gute ZIele hat. Gute Ziele sorgen für gute Orientierung und einen starken Antrieb auf dem Unternehmerweg. Die Frage nach dem Warum ist hier also eine Frage nach den Zielen und um die Ziele, welche Unternehmer antreiben, geht es hier.

Egal, ob Du ein Unternehmen gründen willst, oder schon ein Unternehmen hast. Ziele sind wichtig für Deinen Erfolg. Allen, die diesen Text nicht nur aus Langeweile oder Zeitvertreib lesen, sondern dabei etwas lernen wollen, empfehle ich, spätestens jetzt Stift und Papier zur Hand zu nehmen, mitzudenken, mitzuschreiben und mitzumachen.

Warum bist Du Unternehmer?

Hier kommt die erste Übung zum Mitmachen. Nimm Dir mindestens eine Minute Zeit und denk über die Frage nach, warum Du Unternehmer werden willst bzw. warum Du Unternehmer geworden bist. Wenn es Dir hilft, schließe die Augen, solange Du darüber nachdenkst. Schreibe die Antworten auf ein Stück Papier. Fahre mit dem Lesen dieses Textes erst fort, wenn Du auf Deinem Blatt Papier mindestens drei Gründe für Dein Unternehmersein aufgeschrieben hast.

(Nimm Dir mindestens eine Minute Zeit, darüber nachzudenken, warum Du Unternehmer bist. Schreibe Deine Gründe auf ein Blatt Papier.)

Fertig? Gut. Dann haben wir jetzt schon gemeinsam über Dein Business nachgedacht und können weitermachen. Bevor wir auf diese gerade von Dir aufgeschriebenen Gründe zurückkommen, wollen wir noch kurz darauf eingehen, warum es so wichtig ist, die Gründe für sein Unternehmersein so gut und genau wie möglich zu kennen.

Warum etwas tun oder nicht tun?

Ein altes aber zeitloses Sprichwort sagt, dass es stets eintausend oder mehr Gründe gibt, etwas nicht zu tun, aber manchmal nur einen einzigen, etwas zu tun. Dabei erinnere ich mich an einige Momente in meinem Leben, in denen ich anderen Menschen, naiv von meinen Plänen oder Entscheidungen erzählt habe – z.B. von meinen Plänen von Berlin nach Moskau zu gehen und dort ein Unternehmen zu gründen. Die meisten Menschen – ausgenommen meiner Familie, welche in diesen Angelegenheiten immer voll hinter mir stand – haben mir darauf immer nur die Gründe aufgezählt, die dagegen sprachen oder mein Vorhaben gar kritisiert und versucht, mich von davon abzubringen. Zum Glück habe ich damals nicht auf sie gehört, sondern mein DIng gemacht. Bestimmt hast Du ähnliche Situationen erlebt, wenn Du anderen von Deinen Unternehmensplänen erzählt hast.

Eine weitere Situation, die ich regelmäßig erlebe und die mich an dieses Sprichwort erinnert, ist diese. Auf Seminaren, Kongressen oder anderen geschäftlichen oder privaten Veranstaltungen komme ich regelmäßig mit Menschen ins Gespräch, welche keine Unternehmer sind. Irgendwann kommt  das Gespräch immer darauf zu sprechen, was man beruflich macht. Wenn ich dann sage, dass ich Unternehmer bin, dann passiert es, dass mein Gegenüber mir berichtet, dass er ja eigentlich auch Unternehmer werden wolle, dass er eine gute Geschäftschance hätte und sich schon intensiv mit dem Gedanken der Selbständigkeit beschäftigen würde, den „Schritt in die Selbständigkeit“ auch irgendwann „wagen“ wolle, aber … und dann kommt mindestens einer der eintausend Gründe, welcher ihn bisher davon abgehalten hat.

Wenn es also stets eintausend oder mehr Gründe dagegen und machmal nur einen einzigen dafür gibt, ist es dann in einer Situation, in der man etwas unternehmen will, nicht außerordentlich wichtig und vorteilhaft, den oder die wenigen Gründe, die dafür sprechen so gut und genau wie möglich zu kennen? Ich denke schon, denn dieser Grund muss so stark in das Herz und den Geist des Unternehmers eingebrannt sein, damit dieser eine Grund die anderen eintausend Gründe, welche dagegen sprechen, immer und überall überwiegen wird. Deshalb solltest Du deine Ziele ganz genau kennen, verstehen und tief verinnerlichen.

Brainstorming – Gründe fürs Gründen

Kommen wir also zu zurück zu den Gründen für Dein Unternehmertum und schauen wir uns diese genauer an. Natürlich weiß ich nicht 100%ig genau, was Du bei der vorangegangenen Übung auf Dein Blatt Papier geschrieben hast. Aber aus meiner eigenen Erfahrung als Unternehmer und aus Seminaren und Brainstormings, welche ich zusammen mit anderen Unternehmern durchgeführt habe, glaube ich, mir eine Vorstellung davon machen zu können. Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei den Gründen, die im Folgenden aufgeführt und diskutiert werden, auch Deine persönlichen dabei sein oder diesen zumindest ähneln werden.

Das folgende Schaubild stammt aus einem Brainstorming mit angehenden Unternehmern, welche gefragt wurden, warum sie Unternehmer werden wollten. Ich nenne es: Brainstorming über die Gründe fürs Gründen.

Einige dieser Gründe gleichen oder ähneln meinen eigenen Gründen, während ich dagegen einige andere überhaupt nicht teile. Wenn Du Dir dieses Schaubild ansiehst, wird es Dir vielleicht genauso gehen. Findest Du die von Dir genannten Gründe auf diesem Schaubild wieder?

Unternehmer Philipp Rowe.001

 

Wenn wir uns diese Gründe wie „Geld“, „Freiheit“ oder „Herausforderung“ ansehen, dann erkennen wir, daß es sich dabei um ganz allgemein gehaltene Begriffe handelt. Diese Begriffe müssen erst konkretisiert werden, damit daraus Ziele werden können, welche einem Unternehmer zur Orientierung und Motivation dienen können.

Gründe oder Ziele

Wir haben bisher von Gründen und Zielen gesprochen. Wollen wir diese Begriffe doch einmal näher bestimmen. Ein Gund ist allgemein formuliert. Wie wir aus dem zuvor behandelten Sprichwort wissen, können Gründe für oder gegen etwas sprechen. Einfache Begriffe wie „Geld“, „Unabhängikeit“, oder „Freiheit“ benennen Gründe für das Unternehmersein und andere Begriffe wie „unregelmäßiges Einkommen“, „Sicherheit“ „RIsiko“ wiederum können dagegen sprechen. Ziele dagegen sind konkreter als Gründe und werden meist aus diesen abgeleitet. „Ich will Geld verdienen.“ ist zum Beispiel ein Ziel. Oder „Ich will unabhängig sein.“ Im weiteren Verlauf werden wir aus den von uns im Brainstorming formulierten Gründen die entsprechenden Ziele ableiten und so konkret wie nur möglich ausdrücken und aufschreiben.

Und noch eine Begriffsbestimmung. Streng genommen versteht man unter den Begriffen „Unternehmer“, „Selbständiger“, „Gründer“ und „Eigentümer“ nicht das Gleiche. Für das Verständnis dieses Textes spielt diese feine Unterscheidung jedoch keine Rolle, so dass wir diese Worte synonym verwenden werden.

Nur die Ziele, die man kennt, kann man erreichen.

Kommen wir zurück zu den Zielen Was meint Konkretisierung des Ziels? Und warum ist das so wichtig?

Geld ist der Grund, welcher wohl am häufigsten als Grund für das Unternehmersein genannt wird. Wenn Geld nicht nur Dein Grund sein, sondern zu einem Deiner Ziele werden soll und wenn Du dieses Ziel erreichen willst, dann müssen wir noch konkreter werden. Aus dem alleine stehenden Wort „Geld“ machen wir zunächst einen Satz, der die Beziehung zwischen uns und dem Geld ausdrückt. Z.B. „Ich will Geld verdienen.“ Mit diesem Zielsatz kann man schon mehr anfangen als mit dem allein stehenden Begriff „Geld“. Aber auch dieser Ziellsatz ist noch nicht konkret genung. ihm fehlen noch mindestens zwei ganz wichtige Angaben – nämlich der Betrag und der Termin – also wie viel Geld und bis wann dieses verdient werden soll. Ein konkreter Geldzielsatz könnte z.B. so lauten: „Bis spätestens zum 31.12.2018 will ich mindestens eine Million Euro verdient haben.“

Damit man Ziele erreichen kann – die Märchenfans würden sagen, damit Träume Wirklichkeit werden können – sollten sie so präzise wie möglich formuliert werden. Die Wörter „spätestens“ und „mindestens“ wurden eingefügt, um die Möglichkeit, dass Du in kürzerer Zeit mehr Geld verdienst, nicht auszuschließen.

Was ist Geld?

„Geld macht nicht glücklich.“ sagen die Einen. „Aber es beruhigt.“ entgegnen dann die anderen. Der Hintergrund dieser beiden Geldgedanken ist, dass man Geld aus mehreren Perspektiven sehen kann. Geld ist nicht einfach nur das nüchterne Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel oder die kühle Verrechnungseinheit, wie es jeder Wirtschaftsstudent im Grundstudium auswendig lernen muss. Geld ist viel mehr aber darauf soll in dieser Artikelserie noch nicht eingegangen werden. Beschränken wir uns deshalb zunächst auf zwei Eigenschaften des Geldes – nämlich auf die materielle und auf die nicht-materielle. Die materielle Eigenschaft bedeutet, dass Geld eine materielle Sache z.B. in Form von Banknoten oder Bankguthaben ist, welche man in andere materielle Dinge umtauschen kann. Somit kann man alle materiellen Ziele wie Auto, Haus, Boot, Privatjet und Helikopter zusammen mit dem Geld als materielle Ziele zusammenfassen.

Aber Geld ist nicht nur materiell. Geld hat auch eine immaterielle Seite. Als ich das erste mal von der immateriellen Seite des Geldes las – und das war erst lange nach meinem Wirtschaftsstudium – war ich darüber zuerst überrascht, habe mich dann aber von den Argumenten überzeugen lassen. Denken wir doch einmal darüber nach. Wenn Du an Geld denkst oder wenn Du andere dabei beobachtest, wie sie sich zu Geld verhalten, ist es dann nicht so, dass dabei auch oft Gefühle mit im Spiel sind?  Wenn einem das Geld ausgeht, fühlt man möglicherweise Angst. Wenn man dagegen über ausreichend hohe Ersparnisse und ein gesichtertes Einkommen verfügt, fühlt man sich sicher und finanziell frei. Meist bedarf es erst der materiellen Freiheit, damit man sich um die geistig-spirituelle Freiheit kümmern kann. Mit Geld kann man sich kein Glück und keine Liebe kaufen, aber Freiheit ist heutzutage zu einem großen Teil auch eine Sache des Geldes.

Finanzielle Freiheit bedeutet, dass man das Geld hat, um sich zu kaufen oder leisten zu können, was man will und sich somit finanziell nicht einschränken muss und finanziell von niemandem abhängig ist. Immaterielle Werte wie Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sind weitere Gründe, warum viele sich selbständig machen. Diese immateriellen Werte werden wir uns in einem der folgenden Absätze ansehen. Hier wollen wir die Feststellung machen, dass Geld, auch wenn es ein wichtiger materieller Grund für das Unternehmersein ist, mit den immateriellen Gründen wie Freiheit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit eng verbunden ist.

Geld als Ziel

Geld ist für mich ein wichtiger Grund für das Unternehmersein und meiner Erfahrung nach gilt das auch für die meisten anderen Unternehmer. Ich glaube, dass Geld bei jedem Unternehmer ein zentrales, wenn auch nicht alleiniges, Ziel sein sollte. Denn es geht um Geschäfte und Unternehmen und da ist Geld der wichtigste Erfolgsmaßstab. Wein ein Geschäft kein Geld bringt, dann ist es kein gutes Geschäft und wenn Dein Unternehmen kein Geld verdient, wird es nicht lange bestehen können. Einem Unternehmer ohne finanzielles Ziel würde eine sehr wichtige Orientierung fehlen. Ich bin mir relativ sicher, dass auch Du Geld als einen der zentralen Gründe für Dein Unternehmersein genannt hast. Sollte das nicht der Fall sein und Du noch kein finanzielles Ziel haben, empfehle ich Dir bald eines aufzustellen. Zusätzlich zu dem bereits oben erörterten Kriterien für ein gut formuliertes Geldziel wirst Du im weiteren Verlauf dieses Artikels ein Beispiel und eine Vorlage für Dein persönliches Geldziel finden.

Geld ist also ein wichtiges und wirkungsvolles Ziel für erfolgreiche Unternehmer. Aber Geld allein ist in der Regel nicht ausreichend, um einen Menschen anzureiben. Warum nicht? Nun, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Auf das Business bezogen kann man dieses Wort so verstehen, dass wir keine Maschinen und keine Homo Oeconomicusse, welche sich ausschließlich an Geld und Nutzen orientieren und damit allein glücklich werden können, sind. Außerdem wird gerade in der Anlaufphase eines Unternehmens in der Regel nur sehr wenig oder noch gar kein Geld verdient, während der Unternehmer gleichzeitig viel und hart arbeiten muss. Gerade in dieser Phase braucht es einer sehr starken Motivation. Wäre es da nicht gut, neben dem Geldziel noch ein anderes Ziel zu haben?

In den nächsten Teilen dieser Artikelserie werden wir uns mit immateriellen Zielen befassen, darüber nachdenken, was ein ganzheitliches Unternehmerziel bedeutet und mit Hilfe von Beispielen und Vorlagen unser eigenes Unternehmerziel aufschreiben.

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